Donnerstag, 18. Juni 2026
·
01:58 Uhr
Bremerhaven · 18° · SW 2
 

Niedersachsen präsentiert Eckpunkte für neues Schulgesetz

Niedersachsen plant neues Schulgesetz mit kleineren Klassen und mehr Deutschunterricht.
Niedersachsen präsentiert Eckpunkte für neues Schulgesetz
Foto: Küstenspiegel · KI-generiert
Teilen

Landesregierung setzt auf Bildungsoffensive in Küstenregionen

Die niedersächsische Landesregierung hat am Dienstag in einer Pressekonferenz in Hannover die Eckpunkte für ein neues Schulgesetz vorgestellt, das insbesondere die Schulen in den Küstenregionen Bremerhaven und Cuxhaven stärken soll. Bildungsministerin Julia Wenzel (SPD) erläuterte, dass die geplanten Maßnahmen auf die besonderen Herausforderungen der Region reagieren und gleichzeitig die Bildungsqualität erhöhen sollen.

Ein zentrales Element des Gesetzes ist die Reduzierung der Klassengrößen. In den Küstenregionen sollen die Klassen künftig nicht mehr als 20 Schüler umfassen. Diese Maßnahme, die bereits seit längerem in der politischen Diskussion steht, soll den Lehrkräften eine intensivere Betreuung der Schüler ermöglichen und auf die gestiegenen Anforderungen an die Lehrpläne reagieren. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2022 haben kleinere Klassen einen positiven Einfluss auf die Lernleistungen von Schülern, insbesondere in den Grundschulen.

Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Gesetzes ist die Einführung von zwei zusätzlichen Stunden Deutschunterricht pro Woche an Grundschulen. Dies soll die Sprachkompetenz der Schüler fördern, die in den letzten Jahren durch die Zuwanderung in Niedersachsen gestiegen ist. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration und Bildung“, betonte Ministerin Wenzel. Die Maßnahmen sollen insbesondere auch den Kindern aus nicht-deutschsprachigen Familien zugutekommen.

Zusätzlich plant die Landesregierung, neue Lehrstellen in den Städten Bremerhaven und Cuxhaven zu schaffen. Dies erfolgt im Rahmen eines Programms, das auf die Gewinnung und Ausbildung von Lehrkräften abzielt, um dem drohenden Lehrermangel entgegenzuwirken. Die Zahlen des niedersächsischen Kultusministeriums zeigen, dass bis 2025 rund 1.500 Lehrkräfte in den Ruhestand gehen werden, während gleichzeitig nicht genügend Absolventen für die Lehrerbildung zur Verfügung stehen.

Die Opposition im Landtag äußerte sich skeptisch zu den Vorschlägen der Landesregierung. „Die Maßnahmen sind ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch bleibt abzuwarten, ob sie ausreichen, um die bestehenden Probleme zu lösen“, kommentierte der bildungspolitische Sprecher der CDU, Thomas Schmidt. Experten fordern zudem eine umfassende finanzielle Planung, um die Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten.

Die endgültige Fassung des Schulgesetzes soll im Laufe des kommenden Jahres im Landtag beraten und verabschiedet werden. Die Landesregierung erhofft sich von den neuen Regelungen eine erhebliche Verbesserung der Bildungslandschaft in Niedersachsen, insbesondere in den benachteiligten Küstenregionen.

K

Lina Brockmann

Küstenspiegel-Redaktion
Lina berichtet aus Hannover und Bremen über Landespolitik, Küstenschutz und Energie. Geboren in Wilhelmshaven, studiert in Hamburg.

Kommentare

0