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Rekordbestand an Seehunden im Wattenmeer: 12.400 Tiere gezählt

Im Mai 2023 wurde ein Rekordbestand von 12.400 Seehunden im Wattenmeer gezählt. Die Biologische Station Norderney erläutert die Hintergründe.
Rekordbestand an Seehunden im Wattenmeer: 12.400 Tiere gezählt
Foto: Küstenspiegel · KI-generiert
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Wattenmeer-Schutzgebiet verzeichnet erfreuliche Zahlen

Im Mai dieses Jahres meldete das Wattenmeer-Schutzgebiet einen Rekordbestand an Seehunden. Mit insgesamt 12.400 gezählten Tieren wurde ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr registriert. Diese positive Entwicklung ist ein Zeichen für die Erholung der Seehundpopulation, die in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene Umweltfaktoren und menschliche Einflüsse stark zurückgegangen war.

Die Biologische Station Norderney, die für die Erfassung und Überwachung der Seehundbestände verantwortlich ist, erklärte, dass die Zunahme auf mehrere Faktoren zurückzuführen sei. So sei das Wattenmeer, das sich über eine Fläche von etwa 11.500 Quadratkilometern erstreckt – das entspricht ungefähr der Größe von zwei Fußballfeldern –, in den letzten Jahren wieder zu einem gesünderen Lebensraum für die Tiere geworden. Die Verbesserung der Wasserqualität und der Rückgang menschlicher Störungen in bestimmten Gebieten haben dazu beigetragen, dass sich die Seehunde sicherer fühlen und ihre Population wieder wachsen kann.

Ein interessanter Aspekt ist, dass viele der gezählten Seehunde im Mai auf den Sandbänken des Wattenmeeres gesichtet wurden, die während der niedrigen Gezeiten sichtbar werden. Dies ist eine Zeit, in der die Tiere sich ausruhen und ihre Jungen säugen. Während meiner eigenen Zeit auf See habe ich oft beobachtet, wie die Tiere in der Sonne faulenzen, während die Möwen über ihnen kreisen – ein beeindruckendes Schauspiel der Natur.

Die Biologische Station Norderney führt regelmäßig Zählungen durch, um einen Überblick über den Bestand und die Gesundheit der Seehundpopulation zu erhalten. Diese Daten sind nicht nur für den Artenschutz wichtig, sondern auch für die Forschung, die darauf abzielt, die ökologischen Zusammenhänge im Wattenmeer besser zu verstehen. Angesichts der Tatsache, dass das Wattenmeer UNESCO-Weltnaturerbe ist, kommt dem Schutz der Seehunde eine besondere Bedeutung zu.

Die positive Entwicklung der Seehundpopulation ist ein Hoffnungsschimmer in Zeiten, in denen viele Tierarten unter dem Druck von Klimawandel und Lebensraumverlust leiden. Der Schutz dieser beeindruckenden Tiere sollte weiterhin oberste Priorität haben, damit wir auch in Zukunft die Möglichkeit haben, sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und ihre faszinierenden Verhaltensweisen zu studieren.

K

Thorben Janßen

Küstenspiegel-Redaktion
Thorben war früher auf See – jetzt schreibt er über Offshore-Wind, Pegelstände, Schiffsverkehr und die Nordsee.

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